Samstag, 19. November 2011

Fußball anno 2011... unmenschlich?

Zwei Jahre ist es her, dass sich der Ex-Nationaltorwart Robert Enke das Leben nahm. Fußball-Deutschland war geschockt. Wie konnte es so weit kommen, dass ein Mann, der offensichtlich alles hat, wovon alle träumen, nicht mehr Leben will? Hitzige, emotionale Debatten kamen auf, es sollte eine Veränderung stattfinden in der Welt eines Sports, der manch einer aufgrund des psychischen Drucks nicht mehr standhalten können.

Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Heute lese ich die Nachricht des Selbstmordversuches von Babak Rafati, einem DFB-Schiedsrichter, der in den letzten Jahren viel Häme auszuhalten hatte. Sicher kann man noch nicht sagen, was ihn zu dieser Tat veranlasst hat. Doch es ist nicht der einzige Fall in der jüngeren Vergangenheit, der Signaleffekt haben sollte. Von ausgebrannten Spielern und Trainern hin zu Vorstandsvorsitzenden, die die Lust am Fußball verlieren.

Was ist nur aus dieser wunderbaren Sportart geworden, in der Teamgeist, Zusammenhalt, Ehrgeiz und Wille gelehrt werden wie in kaum einer anderen? Durch den frühen Verlust der Kindheit (einige Jungspunde werden bereits mit 17 Jahren ins Haifischbecken Bundesliga geworfen) kann sich kaum eine erwachsene Persönlichkeit aus diesen Teenagern bilden. Der Druck, jede Woche vor bis zu 80.000 Zuschauern Höchstleistung bringen zu müssen oder mit anderen Konsequenzen rechnen zu müssen, ist auch durch Millionengehälter nicht zu entschädigen. Denn was in unserer Gesellschaft fehlt, ist eine soziale Komponente. Das spiegelt sich vor allem im Fußball wider.

AUFWACHEN!